Projekt: IssNGutesEssen

IssNGutesEssen – Von kulinarischen Abdrücken zur sozialen Plastik

Wenn Erde, Essen und Kunst zusammenkommen

Was passiert, wenn Jugendliche mit Fluchterfahrung und aus problematischen Verhältnissen einen eigenen Gemüseacker bewirtschaften, aus Ton ihr eigenes Geschirr töpfern und die Nachbarschaft zu einer großen Tafel im öffentlichen Raum einladen? IssNGutesEssen ist ein Projekt, das Kunst, Umwelt und Gemeinschaft zusammendenkt.

Vom Acker auf den Tisch, von der Hand in den Stadtraum.

Wir bauen mit Jugendlichen des Jugendwohnheims St. Gereon in Köln-Höhenberg/Vingst eigenes Gemüse an, kochen damit und entwickeln daraus ein künstlerisches Gesamtwerk – eine „Tafel der Vielfalt“ als performative Soziale Plastik. Ein Gesamtkunstwerk aus selbstangebautem Gemüse, handgefertigtem Geschirr und geteilten Geschichten.

Gärtnern. Kochen. Gestalten. Feiern.

Gleichzeitig schaffen wir ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit und ökologische Zusammenhänge. Frisch, regional und selbstgemacht bauen wir pestizidfreies Bio-Gemüse an. Die Bioland-zertifizierte Anbaufläche liegt keine Viertelstunde mit dem Rad vom Jugendwohnheim entfernt.

Unser Stück Erde: Der Acker in Holweide

Unser Acker bei Gartenglück in Holweide ist unser grünes Atelier. Gemeinsam mit den Jugendlichen haben wir die Parzelle übernommen, unser Beet angelegt und die ersten Pflanzen gesetzt. Radieschen, Zuckererbsen, Kürbisse – was hier wächst, wird später auf unserem Tisch landen.
Der Stolz auf die ersten selbstgezogenen Radieschen? Unbezahlbar. Die Freude an der wachsenden Ernte? Ansteckend. Wir sehen, wie aus anfänglicher Zurückhaltung Neugier und Verantwortungsgefühl werden. Das ist keine Projektarbeit – das ist echtes Leben.

Ein Tag auf dem Bio-Bauernhof: Ziegen, Schafe & ökologische Kreisläufe

Ein Ausflug zum Bioland-Hof Klefhof war unser erster großer gemeinsamer Schritt in die ökologische Landwirtschaft. Die Jugendlichen erlebten Naturkreisläufe hautnah: Wir spazierten mit Ziegen durch den Wald, fütterten Laufenten, knuddelten mit Babyziegen und Schafen.
Katrin Below, Diplom-Ingenieurin und Naturpädagogin, zeigte uns, wie Landwirtschaft im Einklang mit der Natur funktioniert. Der Tag war mehr als ein Workshop – er war eine Einladung, die Erde nicht nur als Boden, sondern als Lebensraum zu verstehen. Der Hof und die Tiere sind Teil des Projekts geworden. Wir kommen wieder.

Eine Woche später auf dem Acker. Es wächst !

Vier Wochen später auf dem Acker. Es wächst noch mehr !!!

Eurorad – Wir rollen los!

Auf zwei Rädern – ökologisch, gesund, unabhängig.

Ein großes Dankeschön an Eurorad! Die Firma hat uns großzügig zehn Fahrräder aus ihrem Leasingrad-Programm dauerhaft als Sachspende zur Verfügung gestellt, die wir durch die Firma Velio GmbH ausgehändigt bekommen haben. Damit können wir unsere Ackertermine bei Gartenglück jetzt ganz klimafreundlich, gesund und vor allem selbstbestimmt zurücklegen. Die Jugendlichen sind begeistert – eine ganze Fahrradflotte für unser Projekt! Die Inbetriebnahme war ein kleines Event für sich: Lenker eingestellt, Bremsen geprüft, und ab ging die Fahrt. Danke, Eurorad, dass ihr das möglich macht!
Die Räder stehen uns für die gesamte Projektlaufzeit zur Verfügung und sind ein sichtbares Zeichen für nachhaltige Mobilität im Veedel.

Ab auf den Acker – mit der eigenen Radflotte.

Die ersten Fahrten mit den Eurorad-Fahrrädern sind gemacht. Zehn Räder, eine bunte Gruppe, ein Ziel: unser Acker in Holweide. Die Strecke führt durch den Kölner Osten, vorbei an Hinterhöfen und kleinen Gärten – ein entspannter Einstieg in den Projekttag.
Es ist ein gutes Gefühl, die Strecke selbst zurückgelegt zu haben, ohne Auto, ohne Lärm. Einfach radeln und den Fahrtwind um die Nase genießen. Auf dem Acker angekommen, wird direkt losgelegt: Jäten, Gießen und dann herrlichen Salat und frische Erbsen ernten.

Die Natur als Druckstock.

Bevor das Gemüse auf den Tisch kommt, wird es künstlerisch. Auf unserem Acker experimentieren wir mit Frottagen – Abreibungen von Ackerboden, Rinden und Blättern – sowie mit Cyanotypien und Tonabdrücken.
Die Oberflächen und Pigmente der Natur werden zu unseren Druckstöcken. Es entstehen skulpturale Objekte, die wie archäologische Fundstücke wirken: Abdrücke von Samen, Gemüse, Blättern. In Ton und Gips halten wir die Spuren der Natur fest – manche davon werden später zu einzigartigem Essgeschirr für unsere „Tafel der Vielfalt“.
Die ersten Feldversuche sind vielversprechend. Die Jugendlichen entdecken nicht nur die Natur – sie formen sie.

Die Förderer und Sponsoren für unser Projekt: